Im Rahmen eines feierlichen Empfangs wurde Dr. Yumi Akimoto heute die Ehrenmitgliedschaft der Kerntechnischen Gesellschaft (KTG) verliehen. Mit dieser Ehrung würdigt die Gesellschaft sein herausragendes Engagement für die deutsch-japanische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Dr. Akimoto ist von japanischer Seite Vorsitzender regelmäßiger Treffen beider Länder im Bereich der Kerntechnik. Sein Wirken in Japan wie auch international gilt in erster Linie der nuklearen Entsorgung und hierbei vorrangig der Etablierung eines geschlossenen Kernbrennstoffzyklusses. Diese Bemühungen waren und sind stets eng verbunden mit der Gewährleistung einer umfassenden Kontrolle zur Sicherung der Nichtweiterverbreitung nuklearen Materials. Nach einer Periode großer gemeinsamer Fortschritte in den 70iger und 80iger Jahren wurde der deutsche Beitrag auf diesen Gebieten aufgrund der politischen Entwicklungen immer stärkeren Einschränkungen unterworfen. Dem Willen der jetzigen Bundesregierung entsprechend soll künftig in Deutschland nur noch der Weg der direkten Endlagerung verfolgt werden, wobei jedoch die Erkundung des Salzstockes Gorleben durch ein Moratorium für mehrere Jahre unterbrochen werden soll. Dr. Akimoto bezeichnet Deutschland deshalb als den "Unfinished Pioneer of Back End Fuel Cycle". Heute sehen wir mit Freude, dass Japan seinen Weg zur Lösung der nuklearen Entsorgung mit einen geschlossenen Brennstoffkreislauf unbeirrt weiter beschreitet und so seinen Beitrag zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Energieversorgung leistet. Herr Dr. Akimoto hat hieran großen Anteil.
Dr. Akimoto wurde 1929 in Tokio geboren. Nach einem Studium der Chemie und der Promotion an der Universität von Tokio war er zunächst in der Forschung auf verschiedenen Gebieten des Kernbrennstoffzyklusses tätig. Gleichzeitig widmete er sich der Herstellung von Materialien für die Elektronikindustrie sowie der Erforschung neuer Materialien. 1974 wurde Dr. Akimoto Leiter des Nuclear Fuel Cycle Departments der Mitsubishi Materials Corporation (MMC), später Leiter des Nuclear Energy Departments und letztlich Direktor und Präsident der MMC. Er ist Mitglied der Ingenieurakademie und der Kerntechnischen Gesellschaft Japans und hat mehrere wichtige Positionen in staatlichen und wissenschaftlichen Beratungsgremien inne, von denen die Tätigkeit als Vorsitzender des Advisory Committee for Natural Resources and Energy Mining und als Councilor der Atomic Energy Commission in Japan hervorzuheben sind.
München, 28. November 2001
Ansprechpartner: Dr.-Ing. Horst-Michael Prasser