Was gibt es neues vom CO2?

Es gibt nun schon Zahlen für 2003: Dem DIW zufolge haben die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland im Jahre 2003 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % auf rund 837 Mill. t zugenommen. Temperaturbereinigt errechnet das DIW einen Rückgang um 0,6 %. Zitat aus dem Wochenbericht: "In Anbetracht der wirtschaftlichen Stagnation (Bravo, Regierung! der Autor) ist der Rückgang der temperaturbereinigten Emissionen eher gering. Damit setzt sich die Tendenz einer nur noch verhaltenen Emissionsminderung fort", so zu lesen im Wochenbericht des DIW 10/04. Unsere Grafik ist nun schon fast auf der Ziellinie angekommen - auf der Zeitachse fehlen nur noch zwei Punkte bis 2005. Allerdings sind es auf der Ordinate - und das ist Maßgeblich - noch ca. 100  Millionen Tonnen CO2 jährlich zuviel, würde man die ursprüngliche Selbstverpflichtung Deutschlands ernst nehmen:

Hierzu stellt DIW richtig fest, dass "....inzwischen das frühere nationale Reduktionsziel für 2005, wonach die CO2-Emissionen bis dahin gegenüber 1990 um ein Viertel gesenkt werden sollten, offenkundig aufgegeben und das international verbindlich vereinbarte Ziel für 2008/2012 als maßgeblich herausgestellt (wurde)". Es wundert, dass das in den Medien so ohne Echo blieb. Man stelle sich vor, was die Grünen zu so etwas gesagt hätten, wenn sie in der Opposition wären. Und wie geht's weiter? Das DIW äußert Zweifel: "Ohne eine konsequente Fortsetzung der klimaschutzpolitischen Anstrengungen besteht freilich die Gefahr, dass auch dieses weitaus weniger ambitionierte Ziel verfehlt werden könnte."  Wenn es jetzt schon nicht gelingt, die CO2-Emissionen in erforderlichem Maße zu senken, wie soll es erst gehen, wenn die Kernkraftwerke der Reihe nach abgeschaltet werden sollen (man beachte den gelben Pfeil in der Grafik)?

H.-M. Prasser