NuclearReactor_ZLFR.exe - eine vereinfachte Online-Simulation des Zittauer Lehr- und Forschungsreaktors
Der ZLFR in Zittau ist ein Eigenbau der früheren Ingenieurhochschule Zittau, der erfolgreich für die Ausbildung von Studenten und auch für Forschungsprojekte, zuletzt durch die Hochschule Zittau/Görlitz (FH), genutzt wurde. Der Reaktor wurde 1979 in Betrieb genommen und 2005 abgeschaltet. Es handelt sich um einen sogenannte Nullleistungsreaktor, auch als "Kritische Anordnung" bezeichnet, in dem eine kontrollierte Kettenreaktion auf sehr kleinem Leistungsniveau betrieben wurde. Die Studenten konnten im Beisein geprüften Reaktorpersonals selbst den Reaktor steuern und Praktikumsversuche durchführen.
Die Computersimulation funktioniert sehr ähnlich der für das einfache Kernmodell. Lesen Sie bitte die entsprechende Anleitung. Der größte Unterschied zu den meisten Leistungsreaktoren besteht in der Möglichkeit, den Reaktor durch Ablassen des Moderators abzuschalten. Wenn der Moderatorschnellablass bei Nennleistung betätigt wird, dann sieht man die Neutronen lawinenartig den Reaktor verlassen und die Anordnung wird sofort unterkritisch. Der Moderatorschnellablass wurde neben einem Sicherheitsstab und den drei vorhandenen Steuerstäben zur Sicherheitsabschaltung des Reaktors benutzt.
Ein solches Sicherheitssystem kann jedoch nur angewandt werden, wenn die Reaktorleistung klein ist, oder wenn Moderator und Kühlmittel voneinander getrennt sind. In Leistungsreaktoren, wo das als Moderator verwendete Wasser gleichzeitig Kühlmittel ist, verbietet sich ein Schnellablass, da sonst der Brennstoff nicht ausreichend gekühlt werden würde. Er produziert auch nach dem Stoppen der Kettenreaktion weiter Wärme, die sogenannte Nachzerfallswärme. Sie muss sicher abgeführt werden, um eine Beschädigung von Brennelementen auszuschließen. Es gibt aber auch Leistungsreaktoren mit Moderatorablass, wie z.B. den kanadischen Typ CANDU, bei dem schweres Wasser als Moderator verwendet wird. Da es nicht gleichzeitig Kühlmittel ist, kann es bei Bedarf in Tiefbehälter abgelassen werden, was den Reaktor sofort abschaltet.