Dobry Dèn und Knedel! Tschechien - das war unser diesjähriges Exkursionsziel. Und mit 21 Teilnehmern wieder mal ausgebucht. Am 27.10. gings ins Nuclear Research Institute Rež (NRI) bei Prag. Idyllisch an der Moldau gelegen, sind hier ca. 1500 Leute beschäftigt. In 5 wissenschaftlichen Fachbereichen wird geforscht. Dabei stützt man sich auf die Weiterentwicklung der Kernkraft und deren Sicherheit (z. B. enge Zusammenarbeit mit Temelin), auf das nukleare Abfallmanagement und die praktische Anwendung von ionisierender Strahlung (z. B. Tumorbestrahung mit Neutronen). Während der Besichtigung der Kritischen Anordnung LR-O, des Forschungsreaktors LVR-15 und des Zyklotron U-120M konnten wir uns einen Eindruck von den Bedingungen vor Ort verschaffen. Der Reaktor russischer Bauart (genau wie in Rossendorf) wurde 1990 komplett modernisiert. Ansonsten ist noch viel auf den neuesten Stand von Wissenschaft und Technik zu bringen. Wir danken Herrn Prof. Klik für die Vorstellung des NRI Rez und den "Gruppenführern" für ihre Erläuterungen vor Ort.
Im empfehlenswerten Hotel Bavor ("Der Bayer") in Strakonice genossen wir die tschechische Küche und einen Film über die Stadt.
Am 28.10. waren wir eingeladen das KKW Temelin zu besichtigen. Dabei kann man viel Zeit im umfangreichen Besucherzentrum mit Multimediashow und Grundlagen-Ausstellung verbringen sowie das Maschinenhaus des KKW kennen lernen. Der Betreiber ist die CEZ Group a.s., die auch das KKW Dukovany betreibt. Der Standort mutet schon eine gewaltige Größe an, da ursprünglich 4 Blöcke der russischen VVER 1000-Reihe geplant waren. 2 Grundplatten sind konserviert und zugeschüttet und warten auf den tschechischen Regierungsbeschluss weiter aufgebaut zu werden. In den 2 laufenden Blöcken stammen nur die Hauptumwälzpumpen aus Russland, der Rest wurde überwiegend durch Skoda und Westinghouse (besonders Sicherheitsleitsystem und Brennstoff) geliefert.
Etwas Wehmut bedrückte uns bei der Besichtung des Rež-Reaktors: Die Forschung läuft dort auf Hochtouren - wir in Rossendorf bauen ab. Zumindest konnten wir unser "altes Mädchen ERIKA" (Belademaschine für Bestrahlungskassetten), die vom Rossendorfer Forschungsreaktor umgesetzt wurde, wieder sehen. Im KKW Temelin hatte man zu keiner Sekunde einen unsicheren Eindruck. Auch im Informationszentrum sind nur Profis beschäftigt. Die Exkursion war wieder sehr interessant und ein voller Erfolg.
S. Kowe, 11.01.2006
Letzte Änderung: 30.06.2006
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