Manuskript des Beitrags der OS Sachsen für

atw 53. Jg., (2008), Heft 12 - Dezember, S. 819

Exkursion zum ZWILAG und zum PSI Schweiz

Vom 03. bis 06. Juli 2008 führte uns die diesjährige Exkursion in die Schweiz. Am Anreisetag besuchten wir das "ZWILAG" Zwischenlager Würenlingen AG. Das seit 2001 von den schweizerischen Kernkraftwerken betriebene Zwischenlager für alle Arten von radioaktiven Abfällen mit Abfallbehandlungsanlagen, Lagerbauten und die dazu notwendigen Nebenanlagen liegt idyllisch neben dem Paul-Scherrer-Institut. Mit Übersichtsfilm und komplettem Rundgang durch die Gebäude im unterirdischen Verbindungssystem bekamen wir einen guten Eindruck von den neu gebauten Einrichtungen.

Übernachtet wurde im empfehlenswerten Hotel arte in Spreitenbach.

Der Freitag brachte einen sehr interessanten Tag im "Paul-Scherrer-Institut". Das PSI ist ein multidisziplinäres Forschungszentrum und ein weltweit führendes Benutzerlabor. Die ca. 1300 Mitarbeiter konzentrieren sich auf die Gebiete Festkörperforschung und Materialwissenschaften, Elementarteilchenphysik, Energie- und Umweltforschung sowie Biologie und Medizin. Das PSI ist auf dem nuklearen Forschungssektor praktisch die einzige in diesem Bereich tätige Organisation in der Schweiz. Im sog. Forum - dem Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit - gab es Einführungsvorträge zu hören und viele kleine Experimente und Anschauungsobjekte auf naturwissenschaftlicher Basis zu entdecken.

Das "Hotlabor" ist eine große Ansammlung von Heißen Zellen und Labors. Hier werden radioaktive Materialien bezüglich ihrer Mikrostruktur und Zusammensetzung untersucht. Im Vordergrund stehen Untersuchungen von Materialien nach dem Einsatz in Kernreaktoren oder Beschleunigeranlagen.

Die "PANDA"-Anlage (thermohydraulische Containmentanlage) ist das Steckenpferd von unserem langjährigen KTG-Sachsen-Vorsitzenden Prof. H.-M. Prasser in der Schweiz geworden. Leider musste er zu einem Fernsehauftritt und konnte uns nicht selbst führen. Dr. Domenico Paladino erläuterte uns die Aufgaben am Versuchsstand zur Verbesserung von passiven Sicherheitssystemen.

Nach dem Mittagessen in der Oase ging das straffe Programm weiter mit der Besichtigung des Komplexes "SINQ" (Spallationsneutronenquelle) im Ostteil des Forschungsstandortes an der Aare. Herr Heyck führte uns in die entlegendsten Ecken der Gebäude, da wir "Alles" sehen wollten.

Die letzte Station war die "SLS" Swiss Light Source (Synchrotron). Das architektonisch hübsche Gebäude beinhaltet die Synchrotronlichtquelle. Sie dient zum Beispiel der Erforschung von neuartigen Materialien, Biomolekülen, Oberflächen, Mikro- und Nanostrukturen.

Ein fachlich heftiger Tag ging damit zu Ende und es bleibt nichts weiter übrig als Danke zu sagen an die geduldigen Führer, die sich auch mit uns auf heutige Kernenergiediskussionen eingelassen hatten und den Bau von 2 neuen KKW in der Schweiz befürworten (derzeit in der Antragsphase!

Bei wieder tollem Wetter lud uns Prof. Prasser am Sonnabend in die Berge ein. Am Sustenpass gab es eine Schneeballschlacht und der anschließend in Augenschein genommene Steingletscher hat mittlerweile nur noch eine traurige Größe. Genussvoll war allerdings das Klettern an den Seitenmoränen.

Exkursionsgruppe

Wir danken für die Unterstüzung dem VKTA Rossendorf, der NIS Ingenieurgesellschaft mbH, der Nordostschweizerische Kraftwerke AG und dem PSI Villigen.


Letzte Änderung: 23.03.2009

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